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Haus der Heimat, Wien

Donauschwäbische Arbeitsgemeinschaft in Österreich (DAG)

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Termine

Terminübersicht

           „Not und Brot“
Ein Roman über die Geschichte der Donauschwaben vom Ursprung bis zur Vertreibung und Sesshaftmachung in der neuen Heimat


Und man brauchte sie doch

Das politische Kräfteverhältnis war nach der ersten demokratischen Nationalratswahl vom 25. November 1945 so gelagert, dass die ÖVP mit 85 Mandaten die relative Mehrheit errang. Die SPÖ musste sich mit 76 Mandaten begnügen. Die Kommunisten (KPÖ) waren mit 4 Mandaten weit hinter den Erwartungen geblieben, was für die weitere politische Entwicklung Österreichs von großer Bedeutung war. Die beiden Großparteien standen nämlich im ideologischen Grabenkampf zwischen Moskau und Washington auf der Seite des Westens und ebneten damit den Weg Österreichs in Richtung parlamentarischer Demokratie, Föderalismus, Rechtsstaatlichkeit und freier Marktwirtschaft. Die Entscheidung der österreichischen Bevölkerung, dem Kommunismus die kalte Schulter zu zeigen, öffnete dem Land die Türen zum Marshall-Plan (European Recovery Program, ERP) und damit ab 1948 die Teilnahme am europäischen Aufbauprogramm. Für die österreichische Wirtschaft konnten damit auf dem internationalen Finanzmarkt Mittel frei gemacht werden, die für den Wiederaufbau dringend benötigt wurden. Der soziale Frieden ruhte auf einem sozialpartnerschaftlichen Interessenausgleich. In der ersten Phase der Nachkriegswirtschaft kam es zwischen 1945 und 1950 zur Verstaatlichung der Schwerindustrie (VOEST), der metallverarbeitenden Industrie (AUSTRIA Metall AG) und der Fahrzeugindustrie (Steyr-Puch).


Der österreichische Konjunkturmotor sprang dank ausländischer finanzieller Hilfe wieder an. Das Wirtschaftsbarometer zeigte steil nach oben. Der Bedarf an Arbeitskräften nahm in der Landwirtschaft, im Baugewerbe und in der Schwerindustrie ständig zu. Es wurde wieder produziert in Österreich. Die Politik war gefordert, die Wirtschaft mit allen notwendigen Ressourcen zu versorgen. Am 6. Dezember 1946 erklärte deshalb der SPÖ-Abgeordnete Edmund Aigner im Nationalrat zur Arbeitsmarktsituation:


Wir haben es in Österreich sicher nötig, den gewaltigen Ausfall an werktätigen Menschen zu ersetzen, es fragt sich aber, ob diese Personen, die aus dem Ausland zu uns kommen, in ihrer Masse generell den notwendigen Ersatz dafür darstellen. Unser Arbeitsmarkt sieht doch ungefähr so aus: Im Sektor der Angestellten haben wir eine starke Überfüllung, Angestellte müssen umgeschult werden, um in den Produktionsprozess eingegliedert zu werden. Fachkräfte brauchen wir, Fachkräfte werden gesucht und überall aufgenommen. Hilfsarbeiter in großen Massen sind zum Wiederaufbau unseres Landes notwendig. (...) Ich glaube, dass das Hohe Haus gar nicht anders kann, als sich auf den Standpunkt zu stellen, den der Herr Innenminister eingenommen hat: Wenn wir schon einbürgern müssen, dann bürgern wir aus jenen Gruppen ein, die uns durch ihre Sprache und Kultur am nächsten stehen, also Arbeiter aus Südmähren, aus Südböhmen und aus der Südsteiermark, die heute in Deutschland sind. Man soll also diese Personen nach Österreich zurückführen, denn mit ihnen haben wir mehr verwandtschaftliche Beziehungen. Sie können wir ohne Weiteres als Volksösterreicher betrachten, und wir werden mit ihnen auch gut auskommen.18


18 Ebenda, S. 41.



Weiterführende Links:


Vernichtung und Völkermord

Arbeits- und Vernichtungslager

Was tun mit den Flüchtlingen?

Lösung: Repatriierung

UNRRA und IRO

Einbürgerung: Ja oder Nein?

Und man brauchte sie doch

Zentralberatungs-stelle der Volksdeutschen

Der Anfang nochmals im Überblick


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